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„Das Thema Gesundheit gehört zum absoluten Kernbereich dessen, was eine Kommune seinen Bürgerinnen und Bürgern anbieten muss“

„Landärztin/Landarzt gesucht“

Projektpartner Marcus Willen, Bürgermeister von Löningen, im Gespräch

Das Projekt „Landärztin/Landarzt gesucht“ hat zum Ziel, die ärztliche Versorgung in den ländlichen Regionen zu stabilisieren und den Nachbesetzungsbedarf zu entschärfen. Im Fokus stehen daher die GemeindevertreterInnen sowie niederlassungswillige ÄrztInnen. Die Stadt Löningen ist neben Nordenham und Butjadingen Projektpartner. Wir haben mit Bürgermeister Marcus Willen über die Situation vor Ort und sein Engagement gesprochen.

 Bürgermeister Willen

Herr Willen, Sie machen sich als Bürgermeister stark für Löningen: Was verbindet Sie persönlich mit der Stadt?
Meine Verbindung mit der Stadt Löningen: Ich bin gebürtiger Löninger, bin hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Schon meine Großväter und mein Vater waren ehrenamtlich engagiert. Auch ich betrachte das Amt des Bürgermeisters meiner Heimatstadt als Ehre. Ich hätte, habe und würde deshalb auch in keiner anderen Gemeinde kandidieren.

 

Stichwort (haus-)ärztliche Versorgung: Warum ist das für Sie eine Herzensangelegenheit?
Die ärztliche Versorgung der Bevölkerung ist eines der zentralen Anliegen der Daseinsvorsorge, auch wenn es nicht originär in die kommunale Zuständigkeit fällt. Außerdem ist sie eine der wesentlichen Standortfaktoren, wie z.B. für die Gewinnung von Fachkräften. Damit eine Kommune sich entwickeln kann, müssen die Grundbedürfnisse der Bevölkerung befriedigt werden, und das Thema Gesundheit gehört neben den Themen Bildung, Wohnen und Arbeitsplätzen zum absoluten Kernbereich dessen, was eine Kommune seinen Bürgerinnen und Bürgern anbieten muss. Andernfalls bevorzugen vor allem junge und gut gebildete Menschen Städte und Gemeinden, die diese Aufgaben besser erledigen.

 

Seit wann steht die (haus-)ärztliche Versorgung in Löningen auf der politischen Agenda?
Demzufolge steht die (haus)ärztliche Versorgung schon seit dem Beginn meiner Amtszeit 2014 auf der politischen Agenda. Ich habe mich sofort nach meinem Amtsantritt in unterschiedlichen Formaten engagiert, wie der Gesundheitsregion des Landkreises Cloppenburg, der Gesundheitsregion GRAAL des Alten Amtes Löningen oder dem vorliegenden Projekt der Metropolregion Nordwest. Ich habe sofort den engen Kontakt und den Austausch mit der KVN in Oldenburg gesucht und gepflegt.

 

Was genau tun Sie für die (haus-)ärztliche Versorgung in Löningen?
Ich habe mich selbst aktiv in die Gewinnung von Ärzten eingebracht. Ich habe dazu unzählige Gespräche mit Ärzten geführt, in denen es um die Niederlassung in Löningen, deren Förderung durch kommunale Mittel, solche der KVN oder der Ärztekammer, aber auch um die Bedürfnisse und Wünsche gerade auch von jungen Ärztinnen ging.

 

Welche Aspekte spielen aus Ihrer Sicht eine Rolle für eine erfolgreiche Ansiedlung, und welche Akteurinnen und Akteure müssen dafür Hand in Hand arbeiten?
Eine zentrale Erkenntnis aus diesem Engagement ist, dass man unter den bereits niedergelassenen Ärzten Mitstreiter finden muss, um den Strukturwandel in der hausärztlichen Tätigkeit zu begleiten. Das Berufsbild des niedergelassenen Arztes unterliegt aktuell einem fundamentalen Wandel. Das überkommene Modell ist das des männlichen Alleininhabers einer Praxis mit sehr hoher Arbeitsbelastung. Das Modell der Zukunft ist die Gemeinschaftspraxis mehrerer, vornehmlich Berufsträgerinnen, die flexible kollegiale Formen der Zusammenarbeit und des fachlichen Austausches ermöglicht. Um diese Struktur zu schaffen, braucht es einen fachlichen und organisatorischen Kopf, der den zumeist jungen Kolleginnen einen Berufsstart in der Anstellung ermöglicht. Diesen Kopf in der niedergelassenen Ärzteschaft zu finden und zu einer Mitarbeit zu motivieren, ist die zentrale Herausforderung. Daneben muss natürlich die Kommune die oben genannten Kernbereiche der Daseinsvorsorge gewährleisten, angefangen von einem möglichst vollständigen Bildungsangebot schon im frühkindlichen Bereich über Baugrundstücke bis zu attraktiven Arbeitsplätzen für die PartnerInnen der Ärztinnen und Ärzte.

 

Was raten Sie anderen Kommunen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen?
Ich habe das Glück gehabt, ein gemeinsames Projekt mit einem niedergelassenen Arzt realisieren zu können. Das wird aber nicht in allen Kommunen gelingen können, weil die vorhandene Ärzteschaft – häufig aus Altersgründen – nicht mehr für eine Mitarbeit zu gewinnen ist. Zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme gehört, dass man keine falschen Hoffnungen in der Bevölkerung weckt und das ansonsten in der Macht der Kommune Stehende gewährleistet, was die übrigen vorgenannten Standortfaktoren anbelangt.

 

Wenn Sie sich für die Zukunft etwas wünschen dürften: Was braucht die Stadt Löningen, um das Problem langfristig zu lösen?
Die Stadt Löningen braucht das, was andere Kommunen auch benötigen und das sind grundsätzlich mehr Mediziner. Nach der „Ärzteschwemme“ in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Politik Studienplätze für Medizin abgebaut, die jetzt schmerzlich vermisst werden. Insofern muss das Land die Mittel für die versprochenen neuen Studienplätze in Oldenburg zur Verfügung stellen und nicht am falschen Ende sparen, nämlich zulasten der Fläche. Verschärfend wirkt sich aus, dass der Numerus clausus für das Studium ein deutlicher Fehlanreiz ist. Für die hausärztliche Versorgung brauchen wir in erster Linie junge Mediziner, die neben einer fundierten Ausbildung Empathie und Bodenständigkeit mitbringen. Das sind Qualifikationen, die sich nicht in der Abiturnote abbilden lassen. Darüber hinaus muss sich die Gesellschaft angesichts der von ihr aufgebrachten Kosten für eine medizinische Ausbildung von mehr als 200.000,00 EUR fragen, ob sie bei der späteren Verwendung der ärztlichen Kompetenzen nicht stärker Einfluss nehmen müsste. Das gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass die ärztliche Ausbildung auch von der Landbevölkerung mitfinanziert werden muss, aber deutlich zu wenig junge Ärzte oder Ärztinnen den Weg aufs Land finden.

 

 Das Projekt „Landärztin/Landarzt gesucht“ ist ein Projekt der Plattform „Attraktive Arbeitgebermarken im Nordwesten“.

 
Sie haben Fragen zum Projekt? Dann melden Sie sich gerne bei uns!

Ansprechpartnerinnen:

 Erika  Yasmin

 

Erika Muus                                                            Yasmin Ehlers

-Projektmanagerin-                                                -Projektmanagerin-

Regionalbüro Bremen                                        Regionalbüro Oldenburg          

Hinter dem Schütting 8                                          Marie-Curie-Straße 1

28195 Bremen                                                           26129 Oldenburg

Tel. +49 421 33 62 73 11                                        Tel. +49 421 33 62 73 21

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Das Projekt „Landärztin/Landarzt gesucht“ wird gefördert von:

Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten e.V. und dem Amt für Regionale Landesentwicklung Weser-Ems

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